Geschichte

Schenkelberg ist ein reizvoller Ort. In unmittelbarer Nähe der Westerwälder Seenplatte gelegen, wird er erstmals 1219 als „Schenkelenberg“ erwähnt.
Der Name resultiert wohl aus der Geländeform des ersten Siedlungsplatzes, der sich wie ein Schenkel im übertragenen Sinne betrachten lässt. Nach mehreren geringfügigen Veränderungen in der Schreibweise führt der Ort seit 1624 seinen heutigen Namen. „Von Schenkelberg“ nannte sich eine Familie des niederen Adels, die von 1219 bis 1346 hier lebte. In der Gemarkung Schenkelberg wurde an der Straße von Köln nach Frankfurt 1669 der Hof Hohenborn erbaut, der lange Zeit zugleich eine kurtrierische Zollstation war. In Schenkelberg zählte man 1664- 7 Untertanen, 1787- 195 Einwohner, 1882- 323 Einwohner in 79 Familien, 1882- 437 in 108 Haushalten und am 31. 12. 1982- 659 Einwohner in 262 Haushalten.


Eine alte Postkarte, welche das historische Schenkelberg zeigt.


Heute zählt die Ortsgemeinde ca. 700 Einwohner. Schenkelberg ist bis in die Gegenwart hinein frei von Industrie geblieben, nur wenige Kleinbetriebe haben sich angesiedelt. Arbeit fanden und finden die Bewohner in den nahegelegenen Zentren des Kannenbäckerlandes und in der Bauwirtschaft. Ursächlich verbunden mit der Beschäftigungsart war der Nebenerwerb der älteren Generation zu erwähnen; denn was wäre Schenkelberg im Volksmund seiner Nachbarn ohne seinen charakteristischen Namen: die „Reffjer“.

"Reffjer" bei ihrer Arbeit.

„Reffjer“ bei ihrer Arbeit.

Bedingt durch die naturgegebenen Winterpausen in vielen Berufszweigen frischten die Bewohner in großer Zahl ihr Einkommen durch Korbflechten mit anschließendem Verkauf auf.
Schulisch gesehen ist zu erwähnen, dass der erste auf Dauer in Schenkelberg angestellte Lehrer 1792 seinen Schuldienst in der 1788 erbauten Schule antrat.
An gleicher Stelle wurde 1860/61 eine neue Schule errichtet und 1964 durch ein zeitgemäßes Gebäude an einem anderen Platz ersetzt. Heute befindet sich dort ein viergruppiger Kindergarten für mehrere Orte.


Die "Alte Schule" und die Herz-Jesu-Kirche im Winter 2005

Die „Alte Schule“ und die Herz-Jesu-Kirche im Winter 2005

Schenkelberg liegt relativ verkehrsgünstig, d. h. täglich gibt es mehrere Busverbindungen nach Montabaur, Koblenz, Hachenburg und zu der für unsere Kinder weiterführenden Schulen nach Dierdorf.
Die Grundschule befindet sich in Herschbach und die Regionalschule in Selters. Nicht weit liegen die Autobahnauffahrten der A3/E 5 mit Mogendorf (Frankfurt/Koblenz) und Dierdorf (Köln).

Zweifellos prägt der 147 ha große Gemeindewald ganz entscheidend unser Landschaftsbild. Er ist zugleich Anreiz für Erholungssuchende, die Ruhe und Naturnähe bevorzugen, aber auch für viele „Flüchtlinge“ aus den Ballungszentren mit ihrem Wunsch, naturnah in einem Dorf zu leben, das wegen seiner bevorzugten Lage einen besonderen Wohnwert hat. Ein Großteil der bebauten Ortslage hat eine Meereshöhe von über 400 m/NN bei unvergleichlichem Fern- und Panoramablick.


Das Westerwaldlied

Das Westerwaldlied

Außerst ausgeprägt ist das Vereinsleben: Musikverein, Kirchenchor, Sportverein, Feuerwehr, Tennisverein, Möhnenverein kennzeichnen hier das Bild einer harmonisierenden Gemeinschaft. Zum festen Bestandteil der Dorfgemeinschaft gehören die regelmäßigen Veranstaltungen des Seniorenkreises und des Mutter-Kind-Kreises unter der Regie der kath. Pfarrgemeinde. Ergänzt wird das Angebot durch die Seniorenfeier in der Adventszeit und der Sommerausflug unter der Regie der Ortsgemeinde.

Schenkelberg, eine aufstrebende Gemeinde, hat sich den baulichen Anforderungen unserer Zeit gestellt, mit dem Ziel, den natürlich gewachsenen Charakter des Ortes, hauptsächlich im Bereich der Kirche bzw. der alten Schule zu erhalten und konsequent weiterzuentwickeln.

Carolin Bruns, Ortsbürgermeisterin